1. Karriere
  2. Quiet Quitting: „Es gibt Mitarbeitende, die muss man verloren geben“

H+Quiet Quitting

„Es gibt Mitarbeitende, die muss man verloren geben“

Wenn Beschäftigte innerlich gekündigt haben, leiden auch deren Führungskräfte. Manager erzählen von einem Kampf, der sich nur schwer gewinnen lässt.Julia Beil 18.11.2024 - 11:36 Uhr
Immer mehr Beschäftigte haben sich innerlich von ihrem Job entfremdet – eine Herausforderung auch für ihre Führungskräfte. Foto: imago/Science Photo Library

Berlin. Bevor Lina Reuters* ehemalige Mitarbeiterin jede Motivation für ihren Job verlor, war sie die Hoffnungs- und Leistungsträgerin ihrer Chefin. Nach einem Streit mit der HR-Abteilung aber kippte alles: Während ihrer Elternzeit bekam Reuters Mitarbeiterin ihren Wunsch nach Gleitzeit nicht erfüllt. Die Beraterin verdiente dadurch netto wesentlich weniger Gehalt, Leistung lohnte sich für sie nicht mehr. Also entschied die einstige High Performerin, von nun an nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen.

Für ihre damalige Chefin Reuter war das eine Katastrophe, vor allem aus zwei Gründen. Erstens: Sie musste unter großer Kraftanstrengung verhindern, dass der Frust der Mitarbeiterin auch auf die anderen Teammitglieder übersprang. „Die Leute fragen sich natürlich: ,Warum soll ich die Extrameile gehen, wenn sie das auch nicht tut?'“

Zweitens: Nicht nur bei der jungen Frau, sondern auch bei anderen „Quiet Quittern“ aus ihrem Team sah Reuter sich im Lauf ihrer Karriere gezwungen, selbst Überstunden zu machen – um die schlechte Leistung der Teammitglieder zu kompensieren. Sie habe oft damit rechnen müssen, dass bestimmte Mitarbeiter vor einem wichtigen Termin plötzlich krank würden oder untragbare Vorstandspräsentationen ablieferten. „Die musste ich dann in einer Nachtschicht selbst überarbeiten.“

Die Zahl der Menschen, die sich innerlich von ihrem Job entfremdet haben, wird kontinuierlich größer – und damit auch das Problem für deren Führungskräfte. Fast ein Fünftel aller deutschen Angestellten gab an, keinerlei emotionale Bindung zum eigenen Arbeitgeber zu verspüren. 2020 lag der Anteil dieser „Quiet Quitter“ bei 15 Prozent. Das haben Marktforscher von Gallup in ihrem „Engagement Index“ ermittelt. Der Report ist repräsentativ für die deutsche Arbeitnehmerschaft.

Doch wie lassen sich frustrierte Mitarbeitende wieder motivieren? Müssen Führungskräfte es hinnehmen, wenn jemand dauerhaft Leistung verweigert und die Stimmung vergiftet?

Leserfavoriten

H+Nebenkostenabrechnung
Eine heikle Frist für Vermieter rückt näher
H+ETF-Sparplan und Co.
So sparen Sie für Ihren Ruhestand – wenn Sie erst mit 40 anfangen, so wie ich
H+Transformation
Wie zu viel Veränderung Mitarbeiter zu Low Performern macht
H+Bridgewater Associates
Diese ETFs hat der größte Hedgefonds der Welt im Depot
H+Bitcoin auf Allzeithoch
Fondsmanagerin: „Bitcoin ist die beste Absicherung gegen Währungsrisiken“
H+Zeitmanagement
So schaffen Sie Ihren Vollzeitjob in sechs Stunden am Tag
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt
Feedback