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Prozessorarchitektur RISC-V: Neue Chip-Technologie sorgt für Streit unter Weltmächten

RISC-V könnte den globalen Halbleitermarkt verändern. Die offene Prozessorarchitektur bietet Transparenz, birgt aber auch geopolitische Risiken im Chipkrieg zwischen China und den USA.
Abbildung eines Computerchips
Ein Computerchip sorgt für Wirbel – und könnte die Vormachtstellung der USA kippen.

Prozessoren entscheiden über die technologische Entwicklung eines Landes. Ob Smartphone, Tablet oder Laptop – in jedem digitalen Gerät stecken sie und bilden das technologische Gehirn der Maschinen. Jede Sekunde führen sie Milliarden von Berechnungen aus und ermöglichen so die Darstellung dieses Artikels, das Spielen eines PC-Games oder die Wiedergabe von Musik. Nicht nur für die Unterhaltungselektronik sind Prozessoren unverzichtbar, sondern auch für die Industrie für militärische Zwecke.

Kein Wunder also, dass Computerchips in den letzten Jahren immer mehr zum Politikum wurden. Die USA versuchen beispielsweise, die Volksrepublik China vom Halbleitermarkt abzuschotten, insbesondere soll das Land keinen Zugang zu leistungsstarken Chips erhalten, die für Hightech-Waffen und künstliche Intelligenz entscheidend sind. Damit wollen die USA sowohl die eigenen Technologieunternehmen schützen, als auch verhindern, dass das chinesische Militär digital aufrüstet.

Im Bereich der Prozessortechnik führt bisher kein Weg an den USA oder mit ihnen verbündeten Staaten vorbei. Fast das gesamte Knowhow konzentriert sich dort. Deshalb ist China stark von den USA abhängig – und damit ein leichtes Ziel für Sanktionen.

Eine neue Prozessorarchitektur namens RISC-V könnte diese Machtverhältnisse verändern. Dabei handelt es sich um eine offen zugängliche Prozessorarchitektur. Deren Entwicklung wird nicht von einem Unternehmen, sondern einer Stiftung vorangetrieben – ganz ähnlich wie das offene Betriebssystem Linux. Dieser Ansatz bietet Transparenz und eröffnet neue Forschungsmöglichkeiten; er birgt allerdings aus geopolitischer Sicht auch Gefahren.

Eine Hand hält einen Computerchip fest
RISC-V | Prototyp eines RISC-V-Chips aus dem Jahr 2013.

»Die Kommunistische Partei Chinas missbraucht RISC-V, um die Vorherrschaft der USA im Bereich der Chipherstellung zu umgehen«, sagte der US-Abgeordnete Michael McCaul gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters im Jahr 2023. »US-Personen sollten keine Technologietransferstrategie der Volksrepublik China unterstützen, die dazu dient, die US-Ausfuhrkontrollgesetze auszuhöhlen.« Und auch der republikanische Senator Marco Rubio forderte 2023 ein Verbot der Zusammenarbeit zwischen US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen im Rahmen von RISC-V. Doch das stellt sich alles andere als einfach dar. Inzwischen ist der Handelsstreit schon so weit eskaliert, dass...

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