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Pilotprojekt in Nordhessen: Dieser Zaun soll Wölfe abwehren

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Eindruck: So sieht der Wolfsschutzzaun am Jungfernhügel aus. SUSANNA BATTEFELD
Eindruck: So sieht der Wolfsschutzzaun am Jungfernhügel aus. © Susanna Battefeld

In einem Pilotprojekt wurde ein wolfsabweisender Zaun im Kreis Waldeck-Frankenberg errichtet. Und zwar zum Schutz für Weidetiere und Vögel.

Schreufa/Viermünden – Der „Jungferhügel“ zwischen Schreufa und Viermünden im Kreis Waldeck-Frankenberg ist ein bedeutendes Zugvogelrastgebiet. Rund zwölf Hektar befinden sich seit fast 30 Jahren im Eigentum des Naturschutzbund-Kreisverbandes. Für die extensive Weidetierhaltung wurde in diesem Jahr ein wolfsabweisender Zaun gebaut.

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400 Robinienpfähle mit 2000 Isolatoren und fünf Toren auf 2,5 Kilometer Zaunlänge wurden von einer Fachfirma aus Gera installiert. Die stromführenden Glattdrähte befinden sich auf 20, 40, 60, 90 und 120 Zentimetern Höhe über dem Boden. Die Energie liefert ein leistungsstarkes Photovoltaikmodul mit Akku. Der neue Zaun gilt als Pilotprojekt in Waldeck-Frankenberg, um Weidetiere und bodenbrütende Vögel vor Eindringlingen wie Wolf oder Fuchs zu schützen.

Vertreter von Naturschutzbund, Landschaftspflegeverband, Behörden und der Landwirtschaft weihten den neuen wolfsabweisenden Weidezaun auf dem „Jungferhügel“ zwischen Schreufa und Viermünden ein. FRANK SEUMER
Vertreter von Naturschutzbund, Landschaftspflegeverband, Behörden und der Landwirtschaft weihten den neuen wolfsabweisenden Weidezaun auf dem „Jungferhügel“ zwischen Schreufa und Viermünden ein. ©  Frank Seumer

Wolfabweisender Zaun in Nordhessen zum Schutz für Weidetiere und Vögel

Die Gesamtkosten von 30 000 Euro wurden zu zwei Dritteln vom Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg und zu einem Drittel vom NABU-Bundesverband getragen.

Seit 20 Jahren hat der Schreufaer Landwirt Hartmut Emde die Mahd und Beweidung der Flächen mit seinen Limousin-Rindern übernommen. Er betreibt eine Mutterkuhhaltung mit rund 20 Kühen plus Nachzucht. Die Flächen werden zweimal jährlich genutzt, teilweise durch späte Heumahd und Beweidung. NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider hob den Pioniergeist von Günter Faust (Frankenberg) und Wilhelm Bressler (Ederbringhausen) hervor, die vor 30 Jahren die Wertigkeit des Gebietes erkannt hätten.

„Wir wollen freie offene Flächen“

Viele ehemalige Ackerflächen mit Tonschichten wurden damals aus Mitteln der Ausgleichsabgabe erworben und durch Teiche und Tümpel aufgewertet. Herbert Ruhwedel und Carsten Müller vom Landschaftspflegeverband lobten die gute Zusammenarbeit von Behörden und Verbänden beim Zaunbau. Ruhwedel betreute die einwöchigen Arbeiten. Peter Käufler von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises verwies auf die Naturschutzziele: „Wir wollen freie offene Flächen auf dem Jungferhügel.“

Ornithologe Jens Freitag berichtete von einem großen Artenspektrum. Neben Brutvögeln wie Feldlerchen, Rebhühner und Wachteln seien es überwiegend Zugvögel, die das Gebiet zur Rast nutzen: Sumpfohreule, Braunkehlchen, Bekassine, Zwergschnepfen und andere Watvögel. Auch Libellen an den Wasserflächen seien eine Besonderheit im Gebiet. Käufler hob die gute Kooperation mit der Stadt Frankenberg hervor, die weitere Naturschutzflächen aus der Flurneuordnung an die NABU-Flächen angegliedert hat.

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