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Jugendlicher in Kasseler Goetheanlage schwer verletzt

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Goetheanlage Kassel
Ein Jugendlicher wurde am Freitagabend in der Goetheanlage schwer verletzt (Archivfoto). © Andreas Fischer

Ein Jugendlicher wird in der Goetheanlage in Kassel schwer verletzt und beschuldigt, ein Exhibitionist zu sein. Die Familie wehrt sich.

Kassel – Ein Jugendlicher ist in der Kasseler Goetheanlage schwer verletzt worden. Anschließend wurden Bilder von ihm gepostet - und es wurde behauptet, dass es sich um einen Exhibitionisten handelt. Die Familie des Jugendlichen hat nun Anzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung erstattet. Auch gegen zwei Polizisten.

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Die Fotos von einem angeblichen Exhibitionisten, der sich am Freitagabend in der Goetheanlage in Kassel entblößt haben soll, sorgten am Wochenende für Aufregung in den sozialen Medien. Die Bilder, auf denen ein Jugendlicher eindeutig zu erkennen ist, wurden zigfach geteilt und es wurde vor ihm gewarnt, mit den Worten „Achtung, Pädo in Kassel“.

Die Eltern des jungen Mannes haben sich am Montag zu Wort gemeldet, um der „Hexenjagd“ auf ihren Sohn ein Ende zu bereiten. Der Jugendliche sei Autist und schwerbehindert. Er habe sich in dem Gebüsch nicht entblößt, sondern lediglich uriniert, sagt sein Vater gegenüber der HNA. Dabei sei ihm die Hose runtergerutscht. Sein Sohn sei dabei nicht nur gefilmt, sondern auch anschließend brutal zusammengeschlagen worden.

Polizei war wegen Körperverletzung in Kasseler Goetheanlage gerufen worden

Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Schaake war die Polizei am Freitag gegen 18.35 Uhr in die Goetheanlage gerufen worden, nachdem dort eine Körperverletzung gemeldet worden war. Die Streifen seien dort unter anderem auf einen am Boden liegenden, verletzten Jugendlichen, einen 42-jährigen Mann und eine Passantin getroffen. Nach Schilderung der Frau soll sich der Jugendliche zuvor in einem Gebüsch nahe des Kinderspielplatzes entblößt und sexuelle Handlungen an sich vorgenommen haben. Nach lauten Rufen der Passantin sei dann der 42-Jährige aus Kassel herbeigeeilt, der den Jugendlichen aus dem Gebüsch gezerrt und am Boden festgehalten haben soll. Hierbei sollen zwei weitere, bislang unbekannte Personen den 42-Jährigen unterstützt haben.

Autistischer Jugendlicher kam ins Krankenhaus

Der Jugendliche habe gegenüber der Polizei zunehmend über starke Schmerzen geklagt, weshalb ein Rettungswagen ihn in ein Krankenhaus brachte. Dort sei der Jugendliche mit schweren Verletzungen stationär aufgenommen worden, so die Polizeisprecherin.

Im Zusammenhang mit diesem Vorfall seien Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der exhibitionistischen Handlungen gegen den Jugendlichen sowie ein Verfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den 42-Jährigen eingeleitet worden. Darüber hinaus sei am Wochenende eine Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen eingesetzte Polizeibeamte erstattet worden.“ Die genauen Geschehensabläufe sind momentan noch unklar und nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, so die Polizeisprecherin.

Polizei ermittelt wegen des Verdachts der üblen Nachrede

Die Polizei hat auch erfahren, dass in Bezug auf die geschilderten Vorfälle Screenshots mit einem Foto, das aus einem Video ausgeschnitten sein soll, in den sozialen Medien kursieren. In diesem Zusammenhang ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts der üblen Nachrede gegen noch unbekannte Täter, die das Foto offenbar mit Behauptungen und einer mutmaßlichen „Warnmeldung“ öffentlich in das Internet gestellt hätten, so die Polizeisprecherin.

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Wer Bild weiterverbreitet kann sich strafbar machen

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang dringend davon ab, derartige Inhalte wie Fotos und personenbezogene Daten zu verbreiten und weiterzuleiten, da man sich dadurch selbst strafbar machen kann und Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Darüber hinaus würden hierdurch die Arbeit der Polizei und ein möglicher Ermittlungserfolg erschwert.

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Die Verbreitung von ungesicherten Informationen, Falschmeldungen und Spekulationen könnten zur Folge haben, dass sowohl Tatverdächtige als auch Personen, die fälschlicherweise einer Straftat bezichtigt werden, in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Damit entstehe für diese Personen die Gefahr, Opfer beispielsweise von Bedrohungs-, Beleidigungs- und Körperverletzungsdelikten zu werden. Wenngleich die persönliche Betroffenheit bei Gewalt- und Sexualdelikten in der Bevölkerung sehr hoch ist, bittet die Polizei darum, auf die Arbeit der rechtsstaatlichen Sicherheitsbehörden zu vertrauen.

Zeugen, die Hinweise zu den Vorfällen in der Goetheanlage geben können, melden sich bitte unter Tel. 0561/9100 bei der Kasseler Polizei.

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