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16. Jahrhundert Der schaurige Fall Flade: Ein Richter wird zum Opfer der Hexenhysterie

Hungersnöte lassen die Menschen leiden und an teuflischen Zauber glauben. Tatsächlich verursacht eine Klimaabkühlung das Elend (Leichenfleddererei am Oberrhein, 1637)
Hungersnöte lassen die Menschen leiden und an teuflischen Zauber glauben. Tatsächlich verursacht eine Klimaabkühlung das Elend (Leichenfleddererei am Oberrhein, 1637)
© Artokoloro / imago images
Eine ungewöhnliche Häufung von Missernten, Unwettern und Seuchen verstört die Bevölkerung der deutschen Lande im späten 16. Jahrhundert. Viele wähnen Hexen am Werk – ein alter Glaube, der nun, angesichts der Katastrophen, eine beispiellose Hatz auslöst. So auch im Kurfürstentum Trier

Die Macht des Teufels scheint rasch zu wachsen in dieser Zeit. Oder wie soll man sich sonst die dichte Folge an Katastrophen erklären, die das Heilige Römische Reich deutscher Nation im ausgehenden 16. Jahrhundert heimsuchen? Immer wieder vernichten etwa Unwetter die Ernten, die durch viel zu nasse Sommer und bitterkalte Winter ohnehin kaum noch ausgereicht haben, um alle Menschen zu ernähren. Die vom Hunger Geschwächten wiederum werden leichte Opfer für Seuchen. Zehntausende sterben an der Pest, an Roter Ruhr, Fleckfieber oder Malaria. 

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