Glühweine im Öko-Test: Spuren von Pestiziden nachgewiesen – Aldi-Produkt überzeugt
Bei einem Test wurden neun Glühweine genauer unter die Lupe genommen. Dabei mangelte es bei manchen nicht nur am Geschmack.
München – Mit dem Dezember stehen auch die Advents- und die Weihnachtszeit wieder vor der Tür. Und dazu gehört Glühwein ebenso wie Plätzchen, Geschenke und der Weihnachtsbaum. Egal ob auf dem Weihnachtsmarkt, in einer Bar oder zu Hause, in der kalten Jahreszeit ist Glühwein fast überall der Renner. Auch wenn er auf dem Weihnachtsmarkt nicht immer billig ist.
In den Discountern und Supermärkten finden sich die Flaschen oft schon im September. Doch welche Glühweine sind eigentlich die besten? Öko Test hat neun rote Glühweine getestet.
Glühweine im Öko-Test: Fast alle wiesen Pestizide auf – bedenklich sind sie bei einem
Nahezu die Hälfte konnte vollends überzeugen. Doch befinden sich in fast allen getesteten Produkten Pestizide, in einem sind diese besonders bedenklich. Dennoch schnitten vier Glühweine mit der Bestnote „sehr gut“ ab.
- Alnatura: Alnatura Glühwein, Note: sehr gut
- Acht Grad Plus: Heißer Hirsch, Note: sehr gut
- Aldi Nord: Premium Glühwein, rot, Note: sehr gut
- Voelkel: Voelkel Hygge Glühwein, Note: sehr gut
- Winzergemeinschaft Franken: GWF Winzerglühwein, rot, Note: gut
- Gerstacker Weinkellerei: Nürnberger Glühwein Christkindles Markt-Glühwein, rot, Note: befriedigend
- Norma: Weihnachts Glühwein, rot, Note: befriedigend
- Winzer von Baden: WVB Glühwein, Premium, rot, Note: befriedigend
- St. Lorenz Weinkellerei: Omas Glühweinbude Omas Glühwein, Note: ausreichend
Besorgniserregende Pestizide in einem Glühwein gefunden
In allen konventionellen Glühweinen und damit in sechs der neun getesteten konnten Rückstände von mindestens einem Pestizid-Gift festgestellt werden. Diese stammen beispielsweise vom Traubenanbau. Bei zwei Glühweinen wurden mehrere Pestizide nachgewiesen. Sowohl beim Glühwein der Winzergemeinschaft Franken, als auch beim Produkt der Marke Winzer von Baden. Bei letzterem sind diese laut Öko-Test besonders bedenklich.
So wurden Iprovalicarb, was von der Europäischen Chemikalienagentur als „vermutlich krebserregend“ eingestuft, sowie Dimethomorph, das in Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, in dem Produkt gefunden. In den drei getesteten Bio-Glühweinen wurden hingegen keine Pestizid-Rückstände gefunden.
Ein weiterer Kritikpunkt im Test war der Geschmack, hier konnten drei Weine den Gaumen der geschulten Sensorik-Experten nicht überzeugen. Der Glühwein von Norma wurde für einen „unsaubere“ Note in Geruch und Geschmack kritisiert. Das Produkt der St. Lorenz Weinkellerei, das im Verbundkarton verpackt ist, habe einen Beigeschmack von Pappe gehabt und der Christkindles Markt-Glühwein roch den Testern zu wenig nach Gewürzen. Allerdings fiel er mit einer „signifikanten Vanillin Note“ im Geruch auf.
Glühwein-Test: Note Abzug wegen unnatürlichem Vanillin
Das Vanillin gab Anlass für weitere Kritik. Denn auch wenn es gesetzlich kein Problem ist, ist synthetisch oder biotechnologisch erzeugtes Vanillin der Grund für eine Note Abzug. Denn Lebensmittel mit natürlichen und hochwertigen Zutaten und Gewürzen besitzen eine höhere Qualität. Bei der chemischen Analyse stach der Christkindles Markt-Glühwein hier deutlich heraus. Dieser hatte mit Abstand den höchsten Vanillin-Gehalt. „Diese Vanillin-Gehalte sind auf eine Aromatisierung mit Vanillin zurückzuführen“, erklärt der Experte. Ebenso hatten die Weine von Norma und St. Lorenz einen hohen Vanillin-Gehalt.
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