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Rule 34 is based, 4chan
Hey guys, did you know that in terms of male human and female Pokémon breeding, Vaporeon is the most compatible Pokémon for humans? Not only are they in the field egg group, which is mostly comprised of mammals, Vaporeon are an average of 3”03’ tall and 63.9 pounds, this means they’re large enough to be able handle human dicks, and with their impressive Base Stats for HP and access to Acid Armor, you can be rough with one. Due to their mostly water based biology, there’s no doubt in my mind that an aroused Vaporeon would be incredibly wet, so wet that you could easily have sex with one for hours without getting sore. They can also learn the moves Attract, Baby-Doll Eyes, Captivate, Charm, and Tail Whip, along with not having fur to hide nipples, so it’d be incredibly easy for one to get you in the mood. With their abilities Water Absorb and Hydration, they can easily recover from fatigue with enough water. No other Pokémon comes close to this level of compatibility. Also, fun fact, if you pull out enough, you can make your Vaporeon turn white. Vaporeon is literally built for human dick. Ungodly defense stat+high HP pool+Acid Armor means it can take cock all day, all shapes and sizes and still come for more
Al. Z. Heimer
"H-hey Chrissi", stammele ich.
Er baut sich vor mir auf und entledigt sich vollends seines Hemds. "Guten Tag", sagt er, "Lust auf eine produktive Koalitionsverhandlung?" Noch bevor ich die Sprache finde, hat er mich bereits sanft aufs Bett gedrückt. Ich frage ihn, ob seine Frau nichts dagegen habe, aber er beteuert, er sei "jetzt wieder verfügbar". In seinem Schritt kann ich bereits die Umrisse seines massiven Umfrageergebnisses erahnen.
"Aber wir kennen uns doch kaum", versuche ich zu protestieren. Er beugt sich zu mir herunter und flüstert mir ins Ohr: "Ungeduld ist auch eine Tugend." Er lockert meinen Gürtel und öffnet den Reißverschluss meiner Hose. Innerlich spüre ich, wie er meine 5%-Hürde überwindet, als er mich leidenschaftlich auf den Mund küsst. Seine Zärtlichkeiten rufen bei uns beiden nachhaltiges Wachstum hervor.
"Denken wir neu!", sagt er plötzlich und dreht mich mit seinen kräftigen Händen auf den Bauch. Er entblößt meine Erstwählerschaft.
"Christian, solltest du nicht ein Kondom benutzen?", wende ich mit schwacher Zweitstimme ein, doch er erwidert nur "Penetration first. Bedenken second." und dringt mit einem Ruck tief in meinen Wahlkreis ein.
Martin, Mainz
Schade dass die Union die einzige Partei ist die sich noch um den Klimawandel kümmert. Da sieht man mal wieder wer eigentlich modern und zukunftsfähig ist.
Ernst Busch, Ost-Berlin
Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!
| : Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |
Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei’n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt’gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn‘ ohn‘ Unterlass!
| : Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. : |
Flipsi am Tor, Berlin
Unsere Geschichte beginnt an einem verregneten Donnerstagnachmittag im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Man hört das Klackern von Tastaturen. Am Schreibtisch sitzt ein ca. 27-jähriger Mann im Anzug. Sein Name: Philipp Amthor.
Ein Blick auf die Uhr, noch weitere zwei Stunden Anträge bearbeiten bis es endlich wieder zur Debatte in den Bundestag geht, Philipp kann es kaum erwarten, endlich wieder Diskussionen, Zerstören und Sachthemen. Debatten stellten generell einen Höhepunkt in seinem ansonsten recht eintönigen Leben dar.
Zwei Stunden später im Bundestag am Rand seiner Fraktion in einem Stuhl ohne Tisch (ein Unding, würdet ihr ihn fragen), sitzt nun Philipp und führt sich die aktuelle Debatte zu Gemüte, ein absolut langweiliges Thema und eine Debatte voller Antragsfehler, unpräziser Formulierungen und inhaltlich falscher Fakten, an denen sich außer ihm aber niemand zu stören schien. Die Uhr schlich langsam Richtung 23:30 als Philipp beschloss sich diese Amateure nicht mehr geben zu müssen und stattdessen lieber noch eine Stunde länger zu schlafen. Denn Schlaf ist rar gesät in seinem Leben, die Tage an denen er mehr als 7 Stunden am Stück schlafen kann sind selten. Und nicht zu vergessen das morgen auch noch das Spiegel Online Duell mit Kevin Kühnert ansteht, vor dem ihm schon seit einer Woche graut! Als er in seiner Bundestags gesponserten Limousine nun durch die Nacht gefahren wurde fielen ihm am Rand der Straße immer wieder kleine Gruppen von Menschen auf, glückliche Paare, feiernde Freunde, Currywurst essende Stammtische und wie so oft kann er sich dem Gedanken nicht verwehren, was wäre wenn…
Oberflächlich hat er sich schon lange damit abgefunden für immer single zu bleiben, aber manchmal konnte sich sein Unterbewusstsein die leisen Sticheleien nicht verkneifen… Aber nein, zum einen ist da das Problem der Arbeitszeit, kein Partner würde einen derart harten Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz mit seiner 90 Stunden Woche auf Dauer billigen und hinzukommt, dass wohl auch kein anderer Mann je Lust haben wird mit einem scheinbar heterosexuellen, homoeheablehnenden Mann freiwillig eine Beziehung einzugehen und diese dann auch noch verstecken zu müssen. Denn ja Philipp ist schwul, aber aufgrund seiner konservativen politischen Haltung hätten seine Wähler eventuell Probleme damit, weshalb es besser ist auf diesen unwichtigen Lebensfakt gar nicht erst einzugehen, vor allem wenn die Chancen auf eine Beziehung sowieso gleich Null sind. Denn eines ist ihm klar, an vorderster Stelle in seinem Leben steht und wird immer die Politik stehen. Auf Platz zwei findet sich die Rechtswissenschaft, die ihm auch sehr viel Spaß bereitet und auf Platz drei sein Wahlkreis, das schöne Vorpommern, Platz 4 nimmt seine Familie ein und auf Platz 5 könnte eventuell Platz für einen Partner geschaffen werden. Ja, er war einfach kein Beziehungsmensch und damit hatte er sich abgefunden und dennoch träumte er manchmal davon abends nicht mehr alleine im Bett zu liegen und morgens nach dem Aufwachen nicht zuerst das Handy zu sehen.
Been Beep Beep…. Ein schläfriges blinzeln, ein leichter Schock. Das Duell mit Kevin Kühnert! Schnell steigt er aus dem Bett, um sich der extrem wichtigen Frage zu stellen: welcher Anzug??? Lieber einen der grünen auf der linken Seite oder einen blauen von der rechten? Letztlich fällt die Wahl auf einen passend CDU schwarzen Anzug, ohne Krawatte, er will neben dem Hoodie-Sozi ja auch nicht zu overdressed wirken. Schnell noch eine Tasse Kaffee und schon geht es los Richtung Studio. Geplant ist irgendsoein Beitrag für ein YouTube Format Namens Disko oder so, nicht dass er die besten Erfahrungen mit YouTube gemacht hätte….
Ein früher Aufzeichnungstermin um 7 Uhr kommt Philipp gerade recht, so bleibt ihm noch viel Zeit vom Tag, um sich mit Sachthemen zu beschäftigen. Er hoffte nur, dass der Sozi nicht schon wieder verpennt.
Aber nein, Kühnert ist pünktlich (was Philipp nicht erwartet hat) und wirkt auch noch erstaunlich gut gelaunt. Seltsam, eigentlich hatte er laut seinem Instagram gestern Abend noch bis spät gefeiert, wie kann er jetzt schon wieder so fit sein? Fragte sich Philipp.
„Na Philipp altes Haus? Wozu der Frühe Termin??“
„Ich muss um 9 Uhr im Innenausschusssitzen, später ging es leider nicht"
„Streber" sagte Kevin und wollte sich eine Zigarette anzünden, bevor er bemerkte dass er sich in einem geschlossenen Raum befand.
Etwas gekränkt fühlte sich Philipp davon schon, manchmal fragte er sich wie es wäre, zu sein wie Kühnert. Gutaussehend, offen homosexuell und das Leben genießen…. Etwas Neid kam da schon auf, aber erließ sich wie ein echter Profi nichts anmerken.
„Gib mir mal deine Nummer falls im Anschluss hierzu noch etwas zu klären ist" – schließlich konnten Kontakte ja nie schaden, je mehr desto besser, auch wenn es nur ein Juso Chef ist.
Etwas widerspenstig rückte Kevin seine Nummer raus, „Wenn du meinst, aber nicht das wir am Ende ellenlange Debatten über WhatsApp führen oder so.“
„Nein nein, nur für kleine Nachfragen oder ähnliches“
Die Debatte selbst verlief in Philipps Augen ausgesprochen unerwartet harmonisch, bis auf die viel zu häufige Verwendung des Wortes Enteignung war es sogar inhaltlich erstaunlich akzeptabel. Was Philipp viel mehr irritierte war, das leicht euphorische Gefühl jedes Mal wenn Kevin ihn ansah oder, wie im Dreh für das Zusatzmaterial, die Hand auf den Rücken legte. Er konnte es nicht so wirklich einordnen und beschloss es somit fürs Erste zu ignorieren.
Der weitere Tag verlief monoton, eine Innenausschusssitzung, die immer wieder von Sachthemen abschweifte, ein Stapel Akten, die bearbeitet werden wollten und auf dem Weg nach Hause auch noch drei Selfies mit potenziellen Wählern. Denn das war die Mehrheit der Menschen für Philipp, potenzielle CDU-Wähler. Geschafft fällt Philipp aufs Sofa und schon beginnen seine Gedanken um Kevin zu kreisen. Das ist doch nicht normal dachte er sich, weder war Kevin außergewöhnlich attraktiv noch in der CDU, wieso musste er ständig an ihn denken? Den ganzen Tag schon plagten ihn die Gedanken. Auch hatte er noch nicht eine Nachricht von Kevin erhalten trotz ausgetauschter Nummern, sollte er ihm schreiben? Vielleicht lieber noch nicht, nicht das es zu aufdringlich wirkt, lieber noch zwei Tage warten. Von unruhigen Gedanken geplagt wurde er bald vom Schlaf übermannt.
Seite 2 von 51 Drei Tage später und immer noch keine Nachricht von Kevin. Entschlossen nahm Philipp sein IPhone zur Hand und begann zu tippen.
PA: Hi, wie geht's? Was hältst du eigentlich von einer Bedarfsprüfung bei der Grundrente? – 00:42
Voller Spannung starrte Phillip auf sein Handy bis er bemerkte, dass er ja eigentlich nur eine völlig gewöhnliche Frage gestellt hatte und somit keinen Anlass hatte, wie so ein Teenie auf die Antwort von seinem Schwarm zu warten. Sich zusammenreißend beschloss Philipp Zähne zu putzen, es hatte jetzt ja auch wenig Sinn wie gebannt auf die Antwort von einer Person zu warten, die vermutlich schon lange schlief. Er war gerade dabei ins Bett zu schlüpfen als sein IPhone signalisierte das eine WhatsApp eingetroffen war.
KK: Dein Ernst? Es ist fast ein Uhr und du machst dir noch Gedanken über die Bedarfsprüfung der Grundrente? Du solltest dringend mehr schlafen – 00:58
Oh Gott, er hatte sich gerade als absolut langweilige Person ohne Privatleben geoutet. Katastrophe. Wie kam er nur auf die Idee, dass die Bedarfsprüfung der Grundrente eine gute Gesprächseröffnung war?! Kein Wunder, dass das mit den Beziehungen nie so wirklich bei ihm ankam, er war einfach unfähig! Aber was ist jetzt eine gute Antwort auf diese quasi Zurückweisung? Denn das war es, auch wenn Kevin noch nichts von all dem ahnte was sich gerade in Philipps Kopf abspielte. Möglichst so tun als wäre das alles irgendwie gar nicht so gemeint.
PA: Sorry es fiel mir nur gerade spontan ein, tut mir wirklich leid dich so spät noch gestört zu haben, ich geh dann jetzt mal schlafen… - 01:03
In Wirklichkeit war Philipp gar nicht mehr nach schlafen zumute, er fühlte sich absolut verzweifelt. Endlich hatte er sich mal verliebt, was schon selten genug vorkam, und schon musste er diesen kleinen Keim der Hoffnung in seiner Seele auf ein nicht völlig einsames Leben schon wieder ersticken. Aber wem machte er was vor? Als ob Kevin ihn auch nur ansatzweise als Partner in Betracht ziehen würde, selbst wenn er um seine Homosexualität wüsste. Er war einfach zu langweilig für einen lebensfrohen Menschen wie Kevin, leidenschaftlicher Fußballfan und Mensch mit vielen Freunden und Hobbies und generell Spaß. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Sein Handy in den Flugmodus stellend schlief er ein.
6 Uhr morgens:
Beep Beep Beep….. Der Wecker klingelt, die erste Aktion des Tages war für Philipp tagtäglich das Ausschalten des Flugmodus, um zu sehen was in der Nacht so passiert war. Mit Spannung blickte er auf das kleine Empfangssignal was signalisierte, dass sein IPhone das Internet gefunden hatte. Die Nachrichten, die eintrafen waren allerdings eher langweiliger Natur, einige Emails aus seinem Wahlkreis und von Fans und politischen Gegnern aus der ganzen Republik, sowie einige verpasste Anrufe von „Parteifreunden“, denen er leider mal seine Nummer gegeben hatte. Aber keine Nachricht, kein Anruf und auch keine Mail von Kevin. Ein leises Gefühl der Enttäuschung überkam ihn, hatte er doch zumindest auf eine Reaktion zu seiner Entschuldigung gestern gehofft. Nun ja, es ließ sich nicht ändern und vielleicht war es auch besser nicht wieder an das Debakel erinnert zu werden, dachte er sich. Auch sein Frühstück, bestehend aus einem Joghurt, konnte ihn heute nicht wirklich aufheitern.
Was ihn im Konrad-Adenauer-Haus erwartete war ein weiterer Tag voller fehlerhafter Anträge diverser Parteien, die ihn heute allerdings eher nervten, als dass sie ihn aufregten und auch seine geliebten Sachthemen konnten ihn leider nur mäßig begeistern. Immer wieder fragte er sich was Kevin wohl gerade machte. War er schon aufgestanden? Ob er wohl gerade frühstückte?
Derweil im Keller des Willy-Brandt-Hauses: Kevin, gerade angekommen, sah auf sein Handy. Erneut öffnete er die seltsame Nachricht, die er gestern von Philipp erhalten hatte.
PA: Sorry es fiel mir nur gerade spontan ein, tut mir wirklich leid dich so spät noch gestört zu haben, ich geh dann jetzt mal schlafen… - 01:03
Was ihn daran störte war zum einen die offensichtliche Lüge, denn Philipp sendete nie spontane Nachrichten, und zum anderen die ausgiebige Entschuldigung, obwohl er eigentlich nichts falsch gemacht hatte. Philipp war ihm schon immer ein Rätsel, zum einen relativ offensichtlich schwul für diejenigen die ihn näher kannten und dementsprechend für alle die den Flurfunk hörten, und zum anderen diese erzkonservative Fassade ohne Privatleben hinter der er sich vor der Öffentlichkeit versteckte. Zum einen natürlich verständlich, da Homosexualität wahrscheinlich bei seiner konservativen Wählerschaft eher weniger gut ankommt, aber dennoch war es für Kevin ein Rätsel wie man einen so großen Teil seiner Person einfach ignorieren konnte.
Zurück zu der Frage was es mit dieser rätselhaften Nachricht auf sich hatte war Kevin immer noch nicht schlauer. Zum einen der Anfang der Nachricht („Hi, wie geht’s?“), relativ untypisch für Philipp und irgendwie zu betont locker für die folgende Frage nach der Bedarfsprüfung der Grundrente, und überhaupt, wer beschäftigt sich denn noch um fast ein Uhr nachts mit Themen wie der Grundrente? Auf Kevin wirkte es ehr so als hätte Philipp etwas anderes gemeint, sich dann aber nicht getraut es zu schreiben. Die Frage ist nur was? Und vor allem was soll er nun auf diese nahezu panische Entschuldigung antworten? Am besten auf beide Probleme eingehen, das Hauptthema Grundrente und den Weg für eine etwaige privatere Unterhaltung ebnen:
KK: Ach mach dir nichts daraus, eine Bedarfsprüfung halte ich übrigens für einen viel zu hohen bürokratischen Aufwand! Aber was machst du sonst so? – 10:34
Eine leichte Vibration ließ Philipp aus seiner geistigen Trance, die er über dem letzten Antrag der AfD entwickelt hatte, aufschrecken. Eine Nachricht von Kevin, sein Herz beschleunigte nahezu ungesund nach seiner vorausgegangenen Erholungsphase.
KK: Ach mach dir nichts daraus, eine Bedarfsprüfung halte ich übrigens für einen viel zu hohen Bürokratischen Aufwand! Aber was machst du sonst so? – 10:34
Wie zur Hölle kann man denn eine Bedarfsprüfung denn für einen zu hohen Aufwand halten? Eine Bedarfsprüfung ist das einzig angebrachte, sonst endet die Grundrente noch wie das Kindergeld - verstreut in unzählige EU-Staaten! Wie kann man denn derart sorglos mit dem Geld deutscher Steuerzahler umgehen? Und alles nur weil man gerne durch die Verschlankung des Bürokratieapperats gut dastehen möchte. Allein diese Ignoranz! In seiner Aufregung über die eventuell scheiternde Bedarfsprüfung hätte Philipp fast den letzten Satz überlesen. „Aber was machst du sonst so?“.
Kevin fragte ihn was er so mache, er interessierte sich für ihn! Philipp hätte die Welt umarmen können. Vielleicht war er ja doch nicht so unfähig im dieser Beziehungssache wie er immer dachte! Er hatte eine Chance und er war fest entschlossen sie zu nutzen.
PA: Die Bedarfsprüfung ist unumgänglich wie kann man das nur ignorieren? Ansonsten mach ich nicht viel gerade prüfe ich noch einige Anträge und du so? – 10:40
War das zu hölzern? Warum nur hatte er geschrieben, dass er Anträge bearbeitete? Er hätte sich was viel Besseres ausdenken können, vielleicht brunchen mit Freunden oder so. Wobei früher oder später wohl rausgekommen wäre das er nicht viele Freunde besaß, mit denen er hätte brunchen gehen können… seufz
Egal, die Nachricht war gesendet, jetzt galt es die Antwort abzuwarten und das Beste zu hoffen. Letztendlich war dieser kurze Textaustausch ja bisher auch objektiv nicht viel mehr, als ein kurzes Abchecken politischer Standpunkte und ein Austausch von WhatsApp Höflichkeitsformeln. Zumindest war es für Kevin nicht viel mehr, für Philipp hingegen war es der erste Versuch seit Jahren, um einer Person etwas näher zu kommen.
Ping! Eine Nachricht! Das ging schnell dachte sich Philipp und öffnete gespannt WhatsApp.
Mama: vergiss nicht heute Oma anzurufen, die hat Geburtstag! – 10:41
Mist, das hatte er ja ganz vergessen. Wahrscheinlich ehr verdrängt, bei dem was ihn erwartete. Also nicht falsch verstehen, Philipp liebte seine Oma, aber jedes Gespräch lief halt mittlerweile darauf hinaus wann er denn mal eine Freundin mit nach Hause bringt. Er wäre ja nun auch schon 27 und würde nicht mehr jünger werden. Er hatte es noch nicht übers Herz gebracht ihr zu sagen, dass es wohl nie eine Freundin in seinem Leben geben wird, sondern bestenfalls einen Freund und auch das war mehr als fraglich. Nun ja, je ehr daran je ehr davon.
P: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Oma!
O: Ach Philipp das freut mich aber das du auch mal wieder anrufst! Wie geht’s dir denn?
P: Dasselbe könnte ich dich fragen, aber mir geht’s gut, gibt nicht viel Neues hier in Berlin. Ich habe mir eine neue Pflanze fürs Wohnzimmer gekauft und bei dir so?
O: Ach mein Rücken macht mir etwas zu schaffen, aber du kennst das ja, zu viel sitzen ist halt nicht gesund… Aber wo wir gerade bei Pflanzen sind, ich habe mir für den Garten einen Apfelbaum gekauft! 4,99€ beim Aldi, ein Schnäppchen sag ich dir ich hoffe er wird was…
Das Gespräch ging einige Minuten so weiter, Oma erzählte Philipp noch von den neuen Nachbarn und der Möwe auf ihrem Balkon und fast hatte Philipp die Hoffnung er würde das Thema Beziehungen diesmal umgehen können, als Oma zum Frontalangriff überging.
O: Sag mal Philipp, man hört ja fast gar nichts aus deinem Privatleben, hast du denn eigentlich mittlerweile mal eine Freundin?
P: Ach Oma, ich hab dir doch schon gesagt, wenn sich da was tut erfährst du es als Erste.
O: Ja gut, aber lass dir nicht zu lange Zeit, ab 30 sind die Guten alle vergeben!
P: Ja ja Oma ich werde mir mehr Mühe geben, vielleicht wird’s ja sogar noch dieses Jahr was…
O: Hast du etwa schon eine in Aussicht?! Du musst mir alles erzählen!
P: NEIN! Ich meinte doch nur das es möglich wäre…
O: Schade… aber melden dich mal bald wieder!
P: Ja Oma, mach`s gut!
Und schon wieder hatte Philipp es nicht geschafft Oma zu erzählen, dass er eigentlich gar keine Freundin, sondern viel mehr einen Freund wollte. Es war zum Mäusemelken. Und immer noch keine Nachricht von Kevin. Niedergeschlagen machte Philipp sich wieder an die Arbeit.
Der Mittag ging langsam in den Nachmittag über und Philipp hatte noch immer keine Mittagspause eingelegt, zum einen, weil es einfach viel zu tun gab und zum anderen wollte er sich nicht mit der ausbleibenden Nachricht von Kevin beschäftigen, welcher seine Nachrichten mittlerweile gelesen hatte, aber einfach nicht antwortete. Bei jeder neuen Benachrichtigung machte sein Herz einen kleinen Hüpfer, nur um anschließend wieder enttäuscht zu werden.
Die Woche verlief gewohnt monoton, der einzige Lichtblick war das kommende Wochenende, an welchem es High School Musical endlich wieder im Fernsehen gab. Er konnte es kaum erwarten sich einfach mit einer Packung Eiscreme der Marke Jen&Berrys vor den Fernseher zu pflanzen und die Welt um sich rum zu vergessen.
Kaum hatte er es sich vor dem Fernseher bequem gemacht, schon kamen wieder einige WhatsAppen rein. Er entschloss sich geflissentlich diese zu ignorieren und endlich mal den Abend für sich zu genießen. Und wenn er schon nicht selber eine glückliche Beziehung haben konnte, dann wollte er wenigstens anderen ungestört dabei zusehen können. Und wer weiß, vielleicht hatte High School Musical ja recht, stick to the stuff you know und so. Und Beziehungen gehörten definitiv nicht in seine Expertise.
Der Film ging zu Ende und Philipp sah auf sein Handy und tatsächlich! Er hatte eine Nachricht von Kevin, mit leicht zitternden Händen öffnete er sie (und gab der Nachricht damit sogar Vorrang vor einer SMS von Angela Merkel).
KK: Gerade guck ich HSM und du so? Noch am Arbeiten? – 21:23
Kevin fand HSM auch gut, sie hatten eine Gemeinsamkeit. Philipp konnte es kaum glauben. Was sollte er jetzt antworten? Sollte er schreiben das er den Film auch gesehen hatte? War das zu kindisch? Würde Kevin ihm das überhaupt glauben? Sollte er lieber auf Nummer sicher gehen und sich auf seine Arbeit berufen? Nein, er wollte Kevin ja subtil näherkommen.
PA: Tatsächlich hab ich den auch gerade geguckt einer meiner Lieblingsfilme und man kann ja auch nicht den ganzen Tag arbeiten – 22:35
KK: Cool, hast du Lust morgen zusammen den zweiten Teil bei mir zu sehen? – 22:36
Philipp starrte ungläubig auf die soeben erhaltene Nachricht, hatte er richtig gelesen? Träumte er? Er hatte ein freundschaftliches Treffen mit Kevin Kühnert! Oder war es ein Date? Nein, weder konnte Kevin ahnen, dass er auch schwul war, noch kannten sie sich dafür genug und überhaupt ließ sich diese Intention nirgends rauslesen. Aber stopp, er musste ja noch antworten!
PA: Klar gerne soll ich noch irgendwas mitbringen? Chips oder Sekt oder so? – 22:40
KK: Ja kannst du gerne machen, dann um 20 Uhr bei mir? Adresse ist Wagenknechterstraße 398 einfach bei Kühnert klingeln – 22:41
Okay, keine Panik dachte sich Philipp. Es ist nur ein freundschaftliches Treffen. Aber besser gleich zu REWE um die gefragten Sachen zu kaufen, anstatt es auf morgen zu schieben beschloss er und machte sich auf den Weg zu REWE.
Seite 3 von 51 Der nächste Tag konnte für Philipps Geschmack gar nicht schnell genug zum Abend werden. Als Folge arbeitete er effizient wieselten, schaffte fast 10% mehr Akten und Anträge im Vergleich zu einem durchschnittlichen Arbeitstag und für die Anträge der AfD fielen ihm gleich mehrere Zerstörungen ein. Und endlich war der Abend da.
Sein Fahrer hatte ihm schon die ganze Zeit neugierige Seitenblicke zugeworfen, weil er einfach zu nervös war. Nun stand er mit leicht schwitzigen Händen und bewaffnet mit einer Tüte Paprikachips (denn Paprika mochte doch fast jeder, oder?) und einer Flasche Sekt (der Gute von Käfer – er hatte sich nicht lumpen lassen) vor Kevin Kühnerts Tür und klingelte. Die Wohngegend schien ehr alternativ geprägt zu sein, überall kleine Straßencafés und es lag ein leichter Grasgeruch in der Luft. Die Tür war, wie das Haus selbst mit Graffiti beschmiert und hatte noch den Charme vergangener DDR-Zeiten an sich haften. Das Türschloss summte und Philipp machte sich auf den Weg ins zweite Stockwerk. An der Tür wartete Kevin schon auf ihn, „Hi Philipp pünktlich wie eh und je! Komm rein!“
„Moin, danke für die Einladung übrigens nochmal, hätte echt nicht damit gerechnet.“ Und das hatte er trotz seiner normalerweise so vorausschauenden Art tatsächlich nicht.
„Ach dafür doch nicht, zu zweit fern sehen ist doch immer schöner als allein." befand Kevin. Philipp hatte plötzlich leise Zweifel daran, dass dies tatsächlich Kevins einziges Motiv für dieses Treffen mit seinem politischen Erzfeind war.
„Da hast du allerdings recht." stimmte Philipp ihm zu und betrat seine Wohnung.
Kevins Wohnung war deutlich unaufgeräumter als Philipps Appartement, dennoch hatte Philipp direkt ein Gefühl von Wohnlichkeit zwischen den ganzen Kissen und IKEA Möbeln. Kevin brachte zwei Sektgläser aus der Küche und bot ihm einen Platz auf einem sehr plüschig aussehenden Sofa an. Er kramte die Tüte Chips und die Flasche Sekt aus der Tasche und Kevin goss ihnen zwei Gläser ein.
„Einer der besten Filme, die gedreht wurden, wenn du mich fragst, genau das richtige nach einem Tag voller ernster Politik." kommentierte Kevin, als er es sich auf seinem Sofa bequem machte.
„Definitiv, es wird eigentlich nur noch übertroffen von einem Abend mit Pretty Woman!“
Mist, das hatte er jetzt eigentlich nicht sagen wollen…
„Das hätte ich dir ja gar nicht an Filmgeschmack zugetraut Philipp!“
Was sollte er darauf nun entgegnen? Alle möglichen Optionen würden ihn nur noch mehr reinreiten.
„Ja nun äh…“ war schließlich auch das einzige was er als Antwort rausbrachte.
„Scheint als wäre an dem Gerücht doch was dran?!“ passend zu dieser Frage zog Kevin beide Augenbrauen hoch.
„An welchem Gerücht denn?“ für gewöhnlich hatte Philipp ein ganz gutes Bild darüber was die breite Öffentlichkeit von ihm dachte, nur gerade konnte er sich keinen Reim darauf machen, auf welches Gerücht Kevin gerade anspielte.
„Na ja also bei der SPD erzählt man sich du wärest nicht ganz so Hetero wie du gerne zu sein vorgibst…“
Kalter Schweiß brach Philipp aus und ihm wurde leicht übel. Wie zur Hölle hatten sie das rausgefunden? Hatte Kevin ihn vielleicht nur eingeladen, um ihm ein Geständnis zu entlocken und ihn morgen öffentlich bloß zu stellen? Warum hatte er die Einladung nur so gutgläubig angenommen? Ihm hätte schon vorher klar sein sollen das hier irgendwas nicht mit rechten Dingen zuging. Lief hier irgendwo ein Aufnahmegerät im Hintergrund? Kevin schien seine nahende Panikattacke zu bemerken.
„Hey alles gut bei dir du bist auf einmal so blass? Ich hol dir ein Glas Wasser.“ fragte er besorgt nach.
Philipp konnte nur noch nicken, zu sehr schwirrten seine Gedanken ihm kreuz und quer im Kopf herum. Am Rande bekam er mit wie Kevin ihm ein Glas Wasser in die Hand drückte. Vorsichtig versuchte er, mit zitternder Hand, ein zwei Schlucke zu trinken, was aber kläglich scheiterte und stattdessen schon auf das Hemd tropfte bevor er das Glas am Mund ansetzten konnte.
„Hey, alles gut, ich verrat dich schon nicht an die Presse, was machst du dir überhaupt für einen Stress es ist doch auch nichts schlimmes schwul zu sein." versuchte Kevin ihn zu beruhigen.
Philipp konnte nicht antworten, so sehr musste er sich auf seine aus der Kontrolle geratene Atmung konzentrieren. Am Rande nahm er wahr, dass Kevin ihm seine Sofadecke um die Schultern legte.
„Ach komm, du musst ja nicht antworten, wenn du nicht möchtest, lass uns einfach das Thema wechseln, wenn es dir unangenehm ist." Kevin versuchte ihm etwas den Stress zu nehmen, was auch funktionierte. Langsam beruhigte sich Philipp wieder. Nach einigen Minuten beruhigenden Rückenstreichens von Kevin war er schon fast wieder der Alte.
„Bitte erzähl das hier niemandem, bitte! Meine politische Karriere wäre ruiniert und ich wäre die Lachnummer Deutschlands!“ flehte Philipp. Die Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Keine Sorge, du weißt doch das es absolut unehrenhaft ist Menschen zu outen die das nicht möchten.“ Ganz zu schweigen davon, dass derartiges Verhalten auch seiner eigenen Karriere nachhaltig schaden würde, was er aber mal lieber unerwähnt ließ. Er wollte ja nicht als Egoist rüberkommen.
„Ja schon, aber man weiß ja nie… und du weißt ja wie meine Wähler sind, das wäre der ultimative Weg mich aus dem Weg zu räumen, wenn es sein muss.“ sorgte sich Philipp.
„Mach dir da mal kein Kopf, ich denke deine Wähler würden es schon akzeptieren, wenn es drauf ankommt." beschwichtigte Kevin.
„Du kennst meinen Wahlkreis nicht, die sind überwiegend urkonservativ, wenn ich jetzt geoutet werden würde dann halten die mich für einen Berliner Hipster und nicht mehr für jemanden, der Vorpommern vertreten kann. Ich habe dieses Mandat immerhin einem AfDler abgejagt."
Philipp hatte die Horrorwahlergebnisse schon klar vor Augen, sein Direktmandat würde mit 15% untergehen und die Landesliste war schon besetzt. Und das obwohl er so hart dafür gearbeitet hat, mehr als die meisten anderen.
„Und es weiß niemand offiziell? Wirklich niemand?“ Kevin war von soviel Verschwiegenheit ganz fasziniert.
„Nur meine Mutter, nicht einmal meiner Oma habe ich davon erzählt, ich habe mich einfach nie getraut.“ Er sah etwas verloren aus, immer noch blass und mit dem Wasserglas in der noch leicht zittrigen Hand.
„Aber stört dich das denn gar nicht? Also nie so wirklich zu dir selber stehen zu können? Auf dieser Basis wirst du ja auch nie wirklich eine Beziehung führen können.“ Wie man so leben konnte überstieg Kevins Vorstellungskraft.
„Sagen wir es so, ich habe recht früh in meinem Leben die Entscheidung getroffen, mein Leben dem Staat und der Politik zu widmen und mein persönliches Glück hintenanzustellen und dieser Prämisse bin ich bis heute treu geblieben." Philipps Stimme klang wieder etwas fester, als sei dies etwas in dem er sich wirklich sicher fühlte.
„Ich könnte das nicht, aber wenn du denkst das es für dich das richtige ist, wer bin ich dir dareinzureden?“
Der Abend entspannte sich zunehmen je leerer die Sektflasche wurde und Philipp kam zu dem Schluss das Kevin eigentlich ein ziemlich korrekter Mensch war. Vielleicht konnte sich ja zumindest eine Freundschaft aus ihnen entwickeln, ein Vertrauter, mit dem er reden konnte, wenn er wieder anfing an seinem Leben zu zweifeln. Gabriella hingegen beschloss im Film Troy zu verlassen, weil dieser einen Sommer etwas mehr arbeiten musste. Manchmal wünschte er sich auch solche Probleme. Kevin holte noch eine Weinflasche aus dem Kühlschrank. Der Film ging mit einer großen Poolparty zu Ende. Beim Abschied (denn beide mussten morgen wieder früh raus) half Kevin Philipp in seine Jacke und umarmte ihn zum Abschied.
„Sag mal hättest du Lust mal was zusammen trinken zugehen?“ fragte Kevin.
Philipp blickte ihn fragend an, da er nicht so wirklich einordnen konnte in welche Kategorie er die Frage stecken sollte, ein Drink unter Kollegen? Unter Freunden? Mit anderen Sozis? Kevin schien seinen fragenden Blick richtig zu deuten und schob hastig hinterher
„Also auch gerne als Date, wenn du magst, also du musst natürlich nicht also ähm ja…“.
„Klar gerne, ähm, ich war ehrlich gesagt noch nie auf einem Date, also wir gehen dann einfach was trinken?“ Was sagte er da? Wäre er nüchtern gewesen hätte er vermutlich einen Herzinfarkt bekommen und wäre geflüchtet.
„Ja genau, passt dir Mittwoch 20 Uhr?“ Kevin schien das Ganze dann auch gleich festlegen zu wollen.
„Mittwoch? Ja klasse, sollte passen.“ er konnte immer noch nicht ganz glauben, was er da redete.
Leicht angetrunken (er war einfach nicht trinkfest), stützte er sich im Türrahmen ab.
„Ich bring dich noch runter klein Moment.“
Kevin schnappte sich seinen Schlüssel von der Anrichte und legte Philipp vorsichtig, ähnlich wie schon bei ihrem YouTube Duell vor einer Woche, die Hand um die Taille um ihn sicher nach unten zu geleiten und ihn bis zu seinem wartenden Auto zu bringen.
Zu Hause fand Philipp es schwierig zu begreifen was gerade geschehen war. Er hatte ein Date! Das erste Date seines Lebens! Wie verhielt man sich auf einem Date? Was würde Kevin von ihm erwarten? Er hatte doch mal dieses ask me anything auf dieser Plattform Namens Jodel, da hatte doch irgendwer behauptet Jodel hilft dir bei jedem Problem, vielleicht sollte er das morgen mal ausprobieren. Aber fürs erste sollte er dringend schlafen, seine erste Telefonkonferenz beginnt morgen um 7 Uhr und jetzt war es schon bald 24 Uhr.
Seite 4 von 51 Am nächsten Morgen, einem Sonntag, ging er zum ersten mal wieder seit September auf Jodel, wie verfasste man so einen Jodel? Am besten höflich sein,
Liebes Jodel, ich habe Mittwoch das erste Date meines Lebens, was wird da von mir erwartet, bzw. was erwartet mich da?
@1 Keine Ahnung
@2 Ich hatte auch vor zwei Wochen mein erstes Date und mein Tipp: denk einfach über nichts nach! Sei einfach du selbst und genieß die Zeit, es kommt eh anders als geplant
@3 für gewöhnlich schaut man ob man sich persönlich sympathisch ist
@4 bisschen flirten, Smalltalk, genieß es einfach dann wird’s schon laufen!
Es hörte sich ehrlich gesagt nicht nach einer Aktion an, bei der er gut sein wird. Über nichts nachdenken, das ist ihm noch nie passiert. Smalltalk war auch nur bedingt seine Stärke, viel lieber mochte er Sachthemen und das Schlimmste: Flirten. Wie flirtet man? War das auffällig (immerhin wird das Date in der Öffentlichkeit stattfinden)? Aber eins konnte er aus den ganzen Antworten doch herauslesen: er sollte das Date nicht von Anfang bis zum Ende durchplanen, sondern einfach auf sich zukommen lassen.
Die drei Tage bis zu seinem Date mit Kevin vergingen wie im Flug und noch immer konnte er sich er sich keinen Reim darauf machen warum Kevin ausgerechnet ihn gefragt hatte. War es Mitleid damit, dass er noch nie ein Date hatte oder war er einfach neugierig? Oder wollte er ihm vielleicht Unions Geheimnisse entlocken? Weil das Kevin sich wirklich eine Beziehung mit ihm vorstellen konnte, dass fiel Philipp schwer zu glauben. Er fragt sich im Nachhinein warum er dem Date zugestimmt hatte, da es für ihn zu über 90% in einer herben Enttäuschung enden würde. Wahrscheinlich zu viel Alkohol.
Nun, er hatte zugesagt und Philipp Amthor steht zu seinem Wort.
Der Mittwochabend stand vor der Tür und Philipp war nervös. Was, wenn er sich völlig blamierte? Was wenn Kevin ihn nur gefragt hatte, um sich über ihn lustig zu machen oder noch schlimmer ihn öffentlich zu demütigen? Was, wenn es für alle Umsitzenden offensichtlich wäre, dass es sich um ein Date handelt? Wieder bildeten sich leichte Schweißperlen auf seiner Stirn, als er vor dem verabredeten Lokal auf Kevin wartete.
20:05: Was, wenn Kevin ihn vergessen hatte oder es sich unüberlegt hatte?
20:10: Philipp war nervös, es war zehn Minuten nach acht und er hatte weder eine Nachricht noch einen Anruf von Kevin erhalten und stand wie bestellt und nicht abgeholt vor der Bar.
Vorbeiziehende Passanten beäugen ihn misstrauisch und fragten ab und an nach einem Selfie
20:15: Ab welcher Uhrzeit war es sozial akzeptabel nicht länger zu warten? Enttäuschung machte sich in ihm breit, denn auch wenn er Angst vor dem heutigen Tag hatte, so hatte er sich doch gefreut Kevin wiederzusehen und einen Abend wie so viele andere Leute seines Alters in einer Bar bei einem Date zu verbringen.
20:17: Philipp wollte gerade gehen als Kevin auf einmal neben ihm auftauchte.
„Sorry, ich wurde Andrea Nahles nicht los, tut mir wirklich leid, aber danke, dass du gewartet hast.“
Philipp, der leider schon ähnlich leidvolle Erfahrungen mit Andrea gemacht hatte, konnte gar nicht anders als Kevin zu verzeihen. Und auch wenn er nun ordentlich durchgefroren war, so war er doch unendlich froh, dass Kevin noch erschienen war. Gemeinsam betraten sie die Bar und steuerten zielstrebig auf eine Nische weiter hinten im Lokal zu. Die Bar selbst war im Stil eines Irish Pubs gehalten und bestand aus dunklen hölzernen Möbeln und Sitznischen die grün gepolstert waren. Es war relativ leer an diesem Mittwochabend und nur vereinzelt waren die Tische belegt. In ihrer abgelegenen Nische hatten sie genügend Privatsphäre, um sich unbefangen unterhalten zu können. Philipp bestellte sich einen Gin Tonic und Kevin bestellte sich einen Cuba libre, welche auch recht zügig kamen.
„Anstrengenden Tag gehabt?“ begann Kevin das Gespräch unverfänglich.
„Ach es geht, ich hatte schon schlimmere Tage und bei dir so?“ Nicht zu euphorisch, nicht zu depressiv, gutes Mittelmaß, dachte sich Philipp.
„War auch ganz in Ordnung, viel Bürokratie…“ Eigentlich war Kevins Tag grausam verlaufen, aber er wollte die Stimmung ja nicht ruinieren. Zu viel Bürokratie und zu viel Andrea Nahles.
Schweigen
„Ist das hier dein erstes Date oder hattest du schon mal eins?“ Eigentlich kannte er die Antwort schon, aber besser so als minutenlanges Schweigen, dachte sich Kevin als er die Frage stellte.
„Also, um ehrlich zu sein ist das mein Erstes, du weißt ja das ich nicht wirklich offen damit umgehe und Frauen wollte ich es nicht zumuten jemanden zu daten der gar nicht auf sie steht… Und du? Hattest du schon Beziehungen?“ Philipp schien ehrlich neugierig.
„Ja schon mehrere, aber keine die länger als zwei Jahre gehalten hat." entgegnete Kevin. Als seien zwei Jahre keine lange Zeit.
„Zwei Jahre immerhin, da bist du mir ja schon um einiges voraus." Philipp wurde einmal mehr bewusst, wie unerfahren er eigentlich war.
„Ach mach dir nichts draus, das ist ja hier kein Wettkampf der Erfahrung, es geht hier ja nicht darum was man hatte, sondern was werden kann. Also, was wäre dir denn an einem Partner wichtig?“ Am besten eine klare Linie beibehalten, befand Kevin im Angesicht von so viel Unerfahrenheit.
„Ähm also, ich bin jetzt kein Experte, aber ich denke gegenseitiges Vertrauen und Respekt sollte vielleicht vorhanden sein?“ etwas unsicher schielte Philipp ihn über den Rand seines Gin Tonics hinweg an.
„Ja das stimmt allerdings das ist wichtig, worauf legst du charakterlich Wert?“ Kevin kam sich etwas vor wie ein Interviewer. Warum zeigte Philipp so wenig Initiative? War es wirklich nur Unsicherheit?
„Also ich weiß nicht, ich denke eine gewisse intellektuelle Ebene sollte vorhanden sein und vielleicht eine gewisse Leichtlebigkeit, einfach weil die mir fehlt." entgegnete Philipp und ärgerte sich schon wieder über den Satzanfang. Über 10 Jahre tägliches Rhetorik-Training und fast jeder Satz begann mit Ähm und Also. Was war los mit ihm?
„Das hört sich doch ganz vernünftig an, ich muss sagen was mir vor allem wichtig ist, ist dass mein Partner nicht jede meiner Handlungen beurteilt und vielleicht auch etwas strukturiert ist.“ Kevin beschloss zur Abwechslung einfach mal keine Frage zu stellen.
Philipp lachte.
„Struktur ist quasi mein zweiter Vorname.“ Das er gerne innerlich über andere urteilte verschwieg er lieber.
„Guck dann passt doch immerhin schonmal eine Sache perfekt.“ sagte Kevin, als würde er ahnen wie es sich mit dem Urteilen verhielt.
Die Stimmung wurde gelöster und Philipp ließ sich von dem schon fast routiniert wirkenden Kevin durch das Gespräch leiten. Sie redeten über ihre Hobbies (Philipp las gerne, während Kevin flammender Fußballfan und Handballspieler war), lästerten über Kollegen und Kolleginnen (im Vordergrund aus aktuellem Anlass hierbei natürlich Andrea Nahles, aber auch Sigmar Gabriel und Christian Lindner bekamen ihr Fett weg) und unterhielten sich über Themen abseits der Politik. Politische Inhalte versuchten beide aufgrund des hohen Konfliktpotentials vorsichtig zu umgehen, denn niemand wollte das Date mit einer ausgewachsenen politischen Diskussion zerstören. Dafür lag beiden zu viel aneinander.
Einige Zeit und zwei Cocktails und ein Sekt später beschlossen sie, dass es an der Zeit war ihr Kennenlernen an einem anderen Tag fortzuführen, zum einen aufgrund der fortschreitenden Zeit, aber auch aufgrund des steigenden Alkoholpegels.
„Und wie fandest du dein erstes Date?“ erkundigte Kevin sich.
„Tatsächlich erstaunlich entspannt, wenn du möchtest können wir das gerne demnächst nochmal wiederholen." Mist, er hatte schon wieder zu viel getrunken. Warum konnte er nicht einfach mal die Klappe halten und in die Sicherheit seiner Einsamkeit zurückkehren, fragte sich Philipp innerlich.
Kevin strahlte ihn förmlich an.
„Auf jeden Fall gerne, würde dir Sonntag passen? Vielleicht morgens zum Frühstück?“
Philipp überlegte, Sonntag hatte er eigentlich einen Termin in seinem Wahlkreis, einen Besuch auf einer Hasenzüchtermesse, andererseits würde man ihn dort wahrscheinlich eh kaum vermissen und gegen eine krankheitsbedingte Absage konnte letztlich ja auch niemand was sagen. Vor allem, weil er in den letzten 4 Jahren nicht einmal krankheitsbedingt gefehlt hatte.
„Ja klar gerne, schwebt dir ein Café vor?“
„Wie wär`s, wenn wir uns bei dir treffen? Zum einen würde ich wirklich gerne mal sehen wie du wohnst und zum anderen sind die eigenen vier Wände ja doch deutlich diskreter, vor allem aufgrund deiner Situation.“ Kevin grinste ihn an.
„Da hast du wahrscheinlich recht… bringst du Brötchen mit?“ Er sollte ernsthaft weniger trinken, dachte Philipp bei sich.
„Klar, irgendwelche Präferenzen?“ fragte Kevin während er ein kleines Notizbuch aus der Tasche kramte.
„Mohnbrötchen gerne, oder Sesam, wenn es Mohn nicht gibt.“ bestellte Philipp, während Kevin sich die Brötchenpräferenzen beflissentlich notierte.
„Okay, soll ich dich noch irgendwo hinbringen?“ bot Kevin an.
„Alles gut, ich ruf mir gleich ein Taxi.“ Philipp deutete auf einen gut gefüllten Taxistand hinter ihnen.
„Okay, dann bis Sonntag!“
Sie verabschiedeten sich mit einer Umarmung, Philipp hatte kurz das Gefühl, dass Kevin ihn gerne geküsst hätte, aber so schnell wie es gekommen war, war das Gefühl auch schon wieder weg. Und mit einem letzten Augenkontakt gingen sie jeder ihrer Wege. Die Fahrt im Taxi verlief glücklicherweise sehr entspannt, da der Fahrer nicht genug Deutsch sprach, um die Konversation die ganze Fahrt über aufrecht zu erhalten und Philipp somit viel Zeit zum denken ließ. Entgegen seine ursprünglichen Ängste Kevin würde sich nur mit ihm Treffen wollen, um ihm Geheimnisse zu entlocken oder um ihn bloßzustellen, schien dieser tatsächlich aufrichtiges Interesse an ihm zu haben.
Dennoch, lieber vorsichtig als Nachsicht.
Seite 5 von 51 Die Woche schlich voran, eine Besprechung jagte die nächste und kein Ende in Sicht. Philipp saß in einer Besprechung über die Antragsformulare zur Grundrente, ein elendig langweiliges Thema. Gerade ging es um eine Formulierung im Feld Nebeneinkünfte, sollte man lieber schreiben Nennen sie sämtliche Nebeneinkünfte oder doch lieber Nennen sie alle Nebeneinkünfte oder Geben Sie ihre Nebeneinkünfte an. Der Staub tanzte im Licht der späten Nachmittagssonne und an der Decke spiegelte sich die Spree. Philipps Gedanken schweiften ab….
Vor dem Mittagessen auf dem Weg zur Kantine war er Kevin begegnet und obwohl sie einvernehmlich abgesprochen hatten, ihre Freundschaft/ihr Dating nicht der Öffentlichkeit preiszugeben (bei Philipp aus den offensichtlichen Gründen) war er doch sehr enttäuscht auf sein freundliches „Moin" absolut gar keine Reaktion zu bekommen. Schämte sich Kevin für ihn? War es ihm so peinlich, dass er nicht einmal grüßen wollte? Oder war er einfach nur vorsichtig? Aber warum dann nicht einmal ein Nicken? Ein Husten von links schreckte ihn auf, scheinbar wurde nur noch auf seine Stimme bei der Abstimmung gewartet. Schnell entschied er sich für die dritte Möglichkeit.
Der Samstag kam und ging und mit ihm ein EDEKA Großeinkauf diverser Artikel, die man bei einem Frühstück für zwei brauchen könnte, 6 verschiedene Teesorten (Kräuter-, Früchte-, Schwarz-, Grüner-, weißer- und Gewürztee), Eier, Zutaten für Pfannkuchen, Beacon, frischgemahlener Kaffee, verschiedene Aufstriche usw. Philipp war gerüstet.
Zuhause bereitete er schon mal den Pfannkuchenteig vor und deckte den Tisch, so hatte er morgen mehr Zeit das Gemüse für das Omelette vorzuschneiden. Anschließend arbeitete er noch einige Stunden an seinen Sachthemen und ging dann vergleichsweise früh ins Bett, um ausgeschlafen zu sein, wenn Kevin morgen um 9 Uhr kam.
Lucas
Eine klimafreundliche Brückentechnologie wird zu Grabe getragen. Schon der Ausstieg zum damaligen Entscheidungszeitpunkt war falsch. Nun aber nicht vom Ausstieg auszusteigen, ist zumindest fahrlässig. Lieber Kohle und Gas statt sauberem Atomstrom. So wird das nichts mit dem Klimaschutz.
Giancarlo Crescente, Kirchheim unter Teck
In unendlicher Trauer. Tieftest Mitgefühl für die Angehörigen und allen Betroffenen. Insbesondere den Kindern, die nun ohne Wohlstand und Wirtschaft aufwachsen müssen
Daniel Heim
Aus ideologischen Gründen zunichte gemacht nehmen wir nun endgültig Abschied.
Lucas Schopphoven, Leipzig
Wir brauchen sichere, günstige und klimafreundliche Energie. All das kann die Kernkraft. Europa merkt das, nur wir gehen einen Sonderweg. Und was bringt uns das:
Die höchsten Strompreise Europas!
Vernunft statt Ideologie. Das wünsche ich unserem schönen Deutschland.
Lilli Fischer, Erfurt
Liebe Atomkraft, irgendwie hatte ich immer richtig Angst vor dir, seit Harro Füllgrabe bei Galileo eine Reportage aus Tschernobyl gemacht hat. Ich hatte stets Sorge, dass auch bei uns ein Atomkraftwerk explodiert und wir alle sterben müssen. Damals war ich 10. Heute weiß ich, dass das nur passieren kann, wenn ganz viel schief geht. Liebe Atomkraft, du gibst uns grünen Strom und sichere Energieversorgung. Gerade jetzt, wo wir dich so dringend brauchen, musst du gehen. Wir werden dich schmerzlich vermissen. Aber, wie bei Mary Poppins sage ich nur: Au revoir.
André Hess, Brühl
Liebe Trauerfamilie,
mir fällt es schwer, die passenden Worte für das Unfassbare zu finden. Ich bin tief betroffen, seit ich in der Zeitung vom plötzlichen Tode gelesen habe und kann es gar nicht fassen. Wir haben so lange gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.
Mit seiner Energie waren sie eine große Bereicherung in unserer Gesellschaft. Wir können uns noch nicht vorstellen, wie es ist, ohne sie weiterzuarbeiten. Sie werden uns sehr fehlen!
Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Euch. Wenn Sie Hilfe im Haushalt benötigen, zögern Sie nicht, die Bundesregierung anzusprechen.
Mögen uns Gottvertrauen und (Wind-)Kraft durch die - voraussichtlich dunkle - Zeit der Trauer begleiten.
In Dankbarkeit und Anteilnahme
André
Kilian Pietsch, Leipzig
Die ganze Welt setzt auf Kernkraft, Deutschland wählt mal wieder einen Sonderweg und steht schlussendlich alleine da. Gegen Klima, Versorgungssicherheit und unsere Wirtschaft. Atomkraft war und ist wichtiger denn je und es ist umso bitterer, dass sie in Deutschland stirbt. RIP
Jan, Düsseldorf
Wir müssen eine starke Industrienation bleiben und gleichzeitig klimaneutral werden. Dafür brauchen wir neben Erneuerbaren Energien auch die Kernkraft.
Valentin, Zürich
Ausstieg war damals richtig, kein Wiedereinstieg heute ist falsch. RIP
Mirjam Taufenbach, Berlin
Klimaschutz predigen, gleichzeitig die Kernkraft abschalten und Kohle weiterlaufen lassen passt nicht zu einem Land, das sich eine Vorreiterrolle auf die Fahne schreibt. Und schon gar nicht zu einer Regierungskoalition, die den Klimaschutz vorantreiben möchte.