'''Totschlagargumente''' sind inhaltlich nahezu leere [[Argument]]e, also Scheinargumente, bloße [[Behauptung]]en oder [[Vorurteil]]e, von denen der Sprecher annimmt, dass die Mehrheit der [[Diskussion]]steilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmt oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der [[Öffentliche Meinung|öffentlichen Meinung]] auf Ablehnung stößt ''(siehe [[Schweigespirale]])''.

'''Killerphrasen''' ''({{lang|en|killer phrase}})'' wird [[Umgangssprache|umgangssprachlich]] oft [[synonym]] für „Totschlagargument“ benutzt. Im Gegensatz zum Totschlagargument fehlt der Killerphrase aber der argumentative Schein. Dadurch tritt die Absicht ein Gespräch, eine Diskussion oder einen kreativen Prozess zu beenden, offen zutage.

Beide Ausdrücke – „Totschlagargument“ und „Killerphrase“ – haben im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] etwa seit 1980 Verbreitung erlangt.<ref>{{Internetquelle |url=https://books.google.com/ngrams/graph?smoothing=3&year_start=1950&year_end=2019&content=Totschlagargument%2CKillerphrase%2CKillerargument&corpus=31&direct_url=t1%3B%2CTotschlagargument%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2CKillerphrase%3B%2Cc0%3B.t1%3B%2CKillerargument%3B%2Cc0 |titel=„Totschlagargument“, „Killerphrase“ und „Killerargument“ im NGram Viewer |abruf=2020-07-24 }}</ref> In [[Argumentationstheorie]] und [[Rhetorik]] spricht man bei derselben Sache von „[[Red Herring (Rhetorik)|Red Herrings]]“ bzw. „Relevanzfehlschlüssen“ ([[Englische Sprache|engl.]] ''fallacies of relevance'', ''relevance fallacies''), während die Ausdrücke „Totschlagargument“ und „Killerphrase“ aus der [[Managementlehre|Managementtheorie]] bzw. [[Psychologie]] stammen.

== Begriffsgeschichte ==
=== Managementlehre ===
Der Begriff ''killer phrase'' geht auf den Management-Theoretiker [[Charles Hutchison Clark|Charles Clark]] zurück, der ihn 1958 zum ersten Mal verwendet hat. Clarks Interesse galt der von [[Alex F. Osborn]] 1939 erfundenen Ideenfindungstechnik des [[Brainstorming]], das Clark fortzuentwickeln suchte.<ref>{{Literatur |Autor=Charles H. Clark |Titel=Brainstorming. The Dynamic New Way to Create Successful Ideas |Verlag=Wilshire Book Company |Ort=Northern Hollywood |Datum=1958}}</ref> Als ''killer phrases'' bezeichnete er in diesem Zusammenhang solche Beiträge, die die Kreativität der Teilnehmer einer Brainstormingsitzung nicht befeuern, sondern ersticken. Beispiele:<ref>{{Internetquelle |url=https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/keyoflife2/Brainstorming.pdf |autor=Charles H. Clark |titel=Brainstorming. The Dynamik New Way to Create Successful Ideas |abruf=2020-07-26}}</ref>
<div style="column-count: 2">
* „So haben wir das noch nie gemacht...“
* „Das wird nicht funktionieren“
* „Wir haben nicht genug Zeit...“
* „Wir haben nicht genug Manpower...“
* „Wir haben nicht genug Geld...“
* „Wir haben das schon probiert...“
* „Darauf sind wir noch nicht vorbereitet...“
* „Klingt theoretisch gut, aber in der Praxis...“
* „Zu akademisch...“
* „Was werden die Kunden denken?“
* „Wenn die Idee gut wäre, hätte das jemand anders schon vorher gemacht...“
* „Zu modern...“
* „Zu altmodisch...“
* „Lasst uns darüber ein andermal reden...“
* „Ich verstehe euer Problem nicht...“
* „Wir sind dafür zu klein...“
* „Wir sind dafür zu groß...“
* „Wir haben im Moment zu viele Projekte...“
* „Lasst uns erst eine Marktstudie machen...“
* „So ist das schon seit 20 Jahren, also ist es okay so...“
* „Welcher Schwachkopf denkt sich so etwas aus?“
* „Ich weiß einfach, dass das nicht funktionieren wird...“
* „Lasst uns ein Gremium bilden...“
* „Wir müssen eine Weile darüber nachdenken und die Entwicklung beobachten...“
* „Das ist nicht unser Problem...“
* „Die Produktionsabteilung wird es nicht akzeptieren...“
* „Die werden denken, wir seien Hippies...“
* „Die Technikabteilung kann das nicht leisten...“
* „In meinem Bereich wird das nicht funktionieren...“
* „Die Kunden werden das nicht annehmen...“
* „Das wirst du dem Management nie verkaufen können...“
</div>

=== Politologie ===
Als „thought-terminating cliché“ ([[Englische Sprache|engl.]] für „Denk-beendendes Klischee“) erschien der Begriff erneut 1961 in einem Buch des amerikanischen Psychiaters [[Robert Jay Lifton]], ''Thought Reform and the Psychology of Totalism''. Lifton beschäftigte sich hier mit der Struktur der von der 
[[Kommunistische Partei Chinas|Kommunistischen Partei Chinas]] geschaffenen Sprache, in der Lifton acht [[Totalitarismus|totalitarische]] Themen identifizierte, darunter das ''thought-terminating cliché'', das er als „Anfang und Ende jeder ideologischen Analyse“ (''the start and finish of any ideological analysis'') definierte. Als Beispiele nannte er u.&nbsp;a. [[Politisches Schlagwort|Schlagwörter]] wie „Fortschritt“, „Befreiung“, „proletarisch“, „bourgeois“, „ausbeutende Klassen“, „kapitalistisch“, „imperialistisch“.<ref>{{Literatur |Autor=Robert Jay Lifton |Titel=Thought Reform and the Psychology of Totalism |Verlag=Norton |Ort=New York |Datum=1961 |Seiten=429 |ISBN=0-8078-4253-2 |Online={{Google Buch |BuchID=FU_ifHrIIg0C |Seite=429}}}}</ref>

=== Die Begriffe „Totschlagargument“ und „Killerphrase“ im Deutschen ===
Das Wort „Totschlagargument“ lässt sich im Deutschen seit mindestens 1981 nachweisen, wo populäre Zeitschriften wie [[Der Spiegel]] und [[Bunte]] zu seiner Verbreitung beitrugen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.google.com/search?q=totschlagargument&client=firefox-b-1-d&biw=1270&bih=715&source=lnt&tbs=cdr%3A1%2Ccd_min%3A1%2F1%2F1975%2Ccd_max%3A12%2F31%2F1981&tbm=bks |titel=„Totschlagargument“ in der [[Google Books]]-Suche |abruf=2020-07-26}}</ref> Wie die englische Entsprechung ''thought-terminating cliché'' wurde auch dieser Begriff zunächst vor allem auf Beispiele aus der Politik angewandt.<ref>{{Literatur |Autor=Jens Birkmeyer |Titel=Bilder des Schreckens |Verlag=Springer |Datum=1994 |ISBN=978-3824441624 |Seiten=75 |Online={{Google Buch |BuchID=AwbL4xc4c9sC |Seite=75}}}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Dagmar Günther |Titel=Alpine Quergänge: Kulturgeschichte des bürgerlichen Alpinismus (1870-1930) |Verlag=Campus |Ort=Frankfurt, New York |Datum=1998 |ISBN=3-593-36100-0 |Seiten=179 |Online={{Google Buch |BuchID=hTfX__zeDRQC |Seite=179}}}}</ref> 

Schon in den späten 1990er Jahren begann die Anwendung sich aber auszuweiten. Der Begriff erschien nun nicht mehr nur im Zusammenhang mit politischen Sachverhalten, sondern bezeichnete zunehmend Argumente ''ad rem'' aus allen möglichen Lebensbereichen, etwa auch aus Managementlehre und Bildungswesen.<ref>{{Literatur |Autor=Werner Pfeiffer, Enno Weiss |Titel=Lean Management: Grundlagen der Führung und Organisation lernender Unternehmen |Verlag=Erich Schmidt |Ort=Berlin |Auflage=2 |ISBN=3-503-03678-4 |Seiten=248 |Online={{Google Buch |BuchID=xy47RgxZ3_oC |Seite=248}}}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Karl-Wilhelm Weeber |Titel=Mit dem Latein am Ende?: Tradition mit Perspektiven |Verlag=Vandenhoeck & Ruprecht |Ort=Göttingen |Jahr=1998 |ISBN=3-525-34003-6 |Seiten=22 |Online={{Google Buch |BuchID=Ag6FM7CrrxcC |Seite=22}}}}</ref>

Das deutsche Wort „Totschlagargument“ wird ins Englische heute meist als “knockout argument” übersetzt, wobei der im Englischen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert verbreitete Ausdruck ursprünglich weniger ein manipulatives als vielmehr ein extrem schlagkräftiges Argument bezeichnet, das ein Redner sich für den Schluss aufhebt.<ref>{{Literatur |Titel=Editorials |Sammelwerk=the Medical Critic and Guide |Ort=New York |Band=20 |Nummer=1 |Datum=1917-01 |Seiten=6 |Online={{Google Buch |BuchID=K00VAAAAYAAJ |Seite=6}}}}</ref>

Das Wort „Killerphrase“ kann im Deutschen seit mindestens 1982 nachgewiesen werden, wobei am Beginn die Clark-Rezeption stand und ''Killerphrasen'' als „Scheinargumente und Phrasen“ definiert wurden.<ref>{{Literatur |Titel=Fallstudie Nr. 10: „Indeenfindung durch Brainstorming“ |Herausgeber=Jörg D. Thiede |Sammelwerk=Fallstudiensammlung |Verlag=Duncker & Humblot |Ort=Berlin |Datum=1982 |ISBN=3-428-05221-8 |Seiten=145–160, hier: S. 148 |Online={{Google Buch |BuchID=wUb-rRCk5ZIC |Seite=148}}}}</ref> Schon sehr früh wurde der Kontext des Clarkschen Brainstorming aber auch verlassen und der Terminus „Killerphrase“ verwendet, um – generell – rücksichtsloses taktisches, allein aufs Gewinnen angelegtes Argumentieren zu bezeichnen, mit der Folge, dass ein Bedeutungsunterschied zwischen „Totschlagargument“ und „Killerphrase“ im Deutschen heute kaum noch zu erkennen ist.<ref>{{Literatur |Autor=Paul-Ludwig Völzing |Titel=Metakommunikation und Argumentation. Oder: die Kunst, einen Drachen zu finden |Herausgeber=Wolfgang Frier |Sammelwerk=Pragmatik, Theorie und Praxis |Verlag=Radopi |Ort=Amsterdam |Datum=1981 |ISBN=90-6203-993-6 |Seiten=237–275, hier: S. 249 |Online={{Google Buch |BuchID=4_0cgbHhoJEC |Seite=249}}}}</ref>

== Ziele ==
Beide Arten von Phrasen haben das gleiche [[Kommunikation|kommunikative]] Ziel, nämlich den Gegner mundtot zu machen und jedes lösungsorientierte Denken zu verhindern beziehungsweise zu unterbinden. Stattdessen soll der [[Status quo|aktuelle Zustand]] aufrechterhalten werden. Dieses Ziel wird aber nicht direkt benannt, sondern hinter der Phrase versteckt.

Solche Phrasen sollen entweder [[Widerspruch (Dialektik)|Widerspruch]] verhindern („totschlagen“), der Ablehnung oder Ablenkung dienen, der Herabsetzung der Gesprächspartner dienen oder mehrere dieser Ziele gleichzeitig erreichen. Killerphrasen und Totschlagargumente werden z.&nbsp;B. eingesetzt, wenn Zweifel bestehen, den Diskussionspartner überzeugen zu können, oder wenn der eigene Standpunkt kurzfristig durchgesetzt oder die eigenen Interessen gewahrt werden sollen.<ref>{{Literatur |Autor=Eberhardt Hofmann |Titel=Lassen Sie sich nicht manipulieren! |Verlag=Moderne Verlagsges. Mvg |Jahr=2005 |ISBN=978-3-636-07082-1 |Seiten=17–19}}</ref> Mit solchen Phrasen wird ein kreativer Prozess in einer Diskussion verhindert.

== Beispiele ==
{{Quellen fehlen|Ganz ohne Quellen ist nicht nachzuvollziehen, warum es sich hier um „Killerphrasen“ bzw. „Totschlagargumente“ und nicht etwa um gewöhnliche [[Fehlschluss|Fehlschlüsse]] der [[Informelle Logik|informellen Logik]] (z.B. [[Red Herring (Rhetorik)|Red Herrings]]) handeln soll. Die Liste und auch die Einteilung in Killerphrasen und Totschlagargumente erscheint insgesamt sehr willkürlich.}}
=== Killerphrase ===
* „Das haben wir schon immer so gemacht!“
* „Das haben wir noch nie gemacht!“
* „Da könnte ja jeder kommen!“ (die „drei Grundsätze unserer [[Verwaltung]]“ von [[Karl August Bettermann]],<ref>{{Der Spiegel|ID=43063017 |Titel=Berufliches: Karl August Bettermann |Autor= |Jahr=1960 |Nr=3 |Seiten=63}}</ref> auch als ''Beamten-Dreisatz'' bekannt)
* „Weil ich es sage!“
* „Das ist doch nichts Neues!“
* „Das hat doch keinen Sinn!“
* „Das ist Unsinn!“
* „Das wäre ja noch schöner!“
* „Das ist eben/einfach/halt so.“
* „Es ist alternativlos.“
* „Es ist einfach besser so!“
* „Ja, na und?“ (Es wird in der [[Jugendsprache]] häufig als Solches verwendet.)
* „Haben Sie keine anderen Sorgen?“
* „Das besprechen wir ein andermal!“
* „Werden wir nicht alle oft erst aus Schaden klug?“
* „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“
* „Und damit '''[[Wiktionary:de:basta|basta!]]'''“
* „Da kann man (nunmal) nichts machen!“
* „Hast du was, bist du was!“
* „Träumst Du?“
* „Wir sind hier nicht bei [[Wünsch Dir was (Fernsehshow)|Wünsch Dir was]]! oder im Wunschkonzert“
** Unter Lehrkräften beliebt: „Schule ist kein Wunschkonzert“
* "Nicht einmal ich als Chef leiste mir sowas!"

=== Totschlagargument ===
* „Das würde den Rahmen sprengen“
* „Das ist unserer [[Zielgruppe]] nicht vermittelbar“
* „Daran sind schon ganz andere gescheitert“
* „Das hat noch nie funktioniert“
* „Das ist [[Politische Korrektheit|politisch nicht korrekt]]“
* „Das ist doch ein Totschlagargument“
* „Es gibt keine vernünftige Alternative“
* „Das behaupten sie alle“
* „Es steht so in der Bibel/im Koran/...“
* "Das ist eine Verschwörungstheorie"

(''siehe auch:'' [[TINA-Prinzip]] = '''T'''here '''I'''s '''N'''o '''A'''lternative).

== Kategorisierung ==
{{Quellen fehlen|Gibt es auch reputierliche, stärker wissenschaftliche Literatur, in der Totschlagargumente in Kategorien heruntergebrochen werden?}}
Die freiberufliche Expertin für Auftrittscoaching und Sachbuchautorin Meike Müller<ref>{{Internetquelle |url=https://www.meikemueller.com/ |titel=Meike Müller |abruf=2020-07-26}}</ref><ref>Meike Müller: ''Killerphrasen… und wie Sie gekonnt kontern.''</ref> unterscheidet sechs Arten von Killerphrasen nach der damit verbundenen Absicht:
* ''Beharrungs-Killerphrasen'' sollen Veränderungen verhindern. (Beispiel: „Das haben wir schon immer so gemacht.“)
* ''Autoritäts-Killerphrasen'' drücken ein [[Chauvinismus|Überlegenheitsgefühl]] zur Einschüchterung aus. (Beispiel: „Wie oft muss ich das noch sagen: Das läuft so nicht!“)
* ''Besserwisser-Killerphrasen'' werden von Leuten benutzt, die sich für [[Intelligenz|intelligenter]] halten und anderen ihre Ansichten aufdrängen wollen. (Beispiel: „Ich weiß schon, wie das endet.“, „Das brauchst du mir nicht zu sagen.“)
* ''Bedenkenträger-Killerphrasen'' drücken eine mitunter zögerlich vorgetragene [[Angst]] vor Veränderungen aus. (Beispiel: „Das sollten wir lieber lassen. Wir wollen uns doch nicht die Finger verbrennen.“)
* ''Vertagungs-Killerphrasen'' sollen aus Angst vor Fehlern Entscheidungen hinauszögern. (Beispiel: „Meiner Meinung nach ist die Zeit dafür noch nicht reif.“)
* ''Angriffs-Killerphrasen'' sind offene, persönliche Angriffe. (Beispiel: „Typisch Meier!“ oder „Typisch deutsch!“)

Weitere Varianten:
* ''Bescheidenheits-Killerphrasen'' [[Suggestion|suggerieren]], dass das geäußerte Vorhaben unrealisierbar ist. (Beispiel: „Wir sind doch nicht die [[Royal Bank of Scotland]]!“)
* '' Vorwurfskillerphrasen'' sollen den Ansprechpartner durch einen sehr allgemein gehaltenen Vorwurf mundtot machen. (Beispiel: „Da hätten Sie vorher mal besser zuhören sollen!“)
* ''Abwertende Killerphrasen'' richten sich gegen die Person ([[Argumentum ad hominem]], insbesondere [[Argumentum ad personam]]): „Das weiß doch jedes Kind.“ oder noch verletzender „Das weiß doch jeder Idiot.“

== Kennzeichen ==
* Der Einsatz kann beinahe an beliebiger Stelle erfolgen.
* Dem Diskussionsergebnis wird vorgegriffen, die Diskussion damit als solche in Frage gestellt.
* Die Argumentation kommt der Verletzung oder Herabsetzung des Gegenübers sehr nahe.
* Der Diskussionsverlauf wird [[Manipulation|manipuliert]], weil es zur sinnvollen Weiterführung nötig ist, erst den [[Konsens]] wiederherzustellen, und dieser zumindest vorübergehend den ursprünglichen Gegenstand der Diskussion als solchen verdrängt ([[Metakommunikation]]).
* Sie sind nicht zwingend [[Logik|logisch]] widerlegbar, womit [[Rhetorik|rhetorisch]] der Eindruck erzeugt wird, sie seien für das Thema relevant, auch wenn das nicht der Fall ist.

Es wird überspielt, dass sowohl die Behauptung als auch ihr Gegenteil weder be- noch widerlegbar sind und sich einer sachlichen Auseinandersetzung entziehen. Damit ist eine solche Behauptung zumindest im Kontext der Situation wertlos. Meist handelt es sich um [[Subjektivität|subjektive]] Bewertungen des Gegenstands einer Diskussion, vor allem des Vorredners mit massiver [[implizit]]er Wertung ohne einhergehende Begründung.

Totschlagargumente können für gewöhnlich von den Beteiligten nicht hinterfragt werden, da sie nur auf der [[Metaebene]] der Kommunikation behandelt werden, was eine gewisse rhetorische Kompetenz erfordert. Sie beeinträchtigen kreative Prozesse, wie zum Beispiel beim [[Brainstorming]], stören die [[Beziehungsebene]] der Beteiligten und sind damit eine Form der so genannten „gewaltsamen Kommunikation“ (siehe hierzu: [[Gewaltfreie Kommunikation]]). Sie widersprechen somit den Prinzipien der [[Teamfähigkeit]].

Häufig zu beobachten sind auch stark übertriebene Aussagen, die zu einer [[Polarisierung (Politik)|Polarisierung]] der Gesprächspartner und Ablenkung von der eigentlichen Diskussion führen sollen. Beispielsweise kann ein Vorwurf, [[Nazi-Vergleich|etwas habe NS-Nähe]], bei einem Opponenten der Diskussion zu Distanzierungen oder Rechtfertigungen von Aussagen führen, die vom eigentlichen Thema ablenken.

== Lösungen ==
Ein Totschlagargument kann als solches gekennzeichnet und zurückgewiesen und dieses Prinzip zur [[Diskurs]]<nowiki/>kultur erklärt werden. Auch ein Ignorieren von Totschlagargumenten oder ein [[subversiv]]es Vorgehen kann erfolgreich sein. Vorbeugend können auch folgende Grundsätze hilfreich sein: Die Leitung einer Diskussion verhält sich vorbildlich und achtet in der [[Moderator (Beruf)|Moderation]] der Diskussionsrunde auf die Einhaltung der Regeln, die für [[Workshop]]s, Brainstorming etc. auch schriftlich aufgestellt werden können:

* jeder darf ausreden / niemand unterbricht,
* jeder hört zu,
* ein Mensch – eine Stimme.

Das Streben nach [[Asymmetrie#Sozialwissenschaften|asymmetrischer Kommunikation]] kann als Grundlage für den Einsatz von unfairen Stilmitteln erkannt und vermieden werden. So bieten das [[Win-Win]]-Konzept in der Verhandlungsführung, das [[Clienting]], das [[Harvard-Konzept]], die Moderationsmethode sowie die [[Themenzentrierte Interaktion]] im Umgang mit einem Thema, der eigenen Rolle und dem Gegenüber hinreichend erprobte [[Kommunikationsmodell]]e zur Vermeidung von Gesprächsumfeldern, in denen es zur Anwendung von Totschlagargumenten kommt.

== Siehe auch ==
* [[Eristische Dialektik]]
* [[Falsches Dilemma]]
* [[Godwins Gesetz]]
* [[Immunisierungsstrategie]]
* [[Polemik]]
* [[Typen von Argumenten]]

== Literatur ==
* {{Literatur |Autor=[[Charles Hutchison Clark]] |Titel=Brainstorming. Methoden der Zusammenarbeit und Ideenfindung |Verlag=Verlag Moderne Industrie |Jahr=1973 |ISBN=}}
* {{Literatur |Autor=Antonia Cicero, Julia Kuderna |Titel=Clevere Antworten auf dumme Sprüche. Killerphrasen kunstvoll kontern; Powertalking in Aktion |Verlag=Paderborn |Jahr=2001 |ISBN=3-87387-455-5}}
* {{Literatur |Autor=Meike Müller |Titel=Killerphrasen… und wie Sie gekonnt kontern |Verlag=Verlag Eichborn |Ort=Frankfurt/Main |Jahr=2003 |ISBN=3-821-85564-9}}
* {{Literatur |Autor=[[Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger]], Harald Böck |Titel=Das hat noch nie funktioniert. Die besten Killerphrasen von A wie „Aber“ bis Z wie „Zielgruppe“ |Verlag=Weinheim  |Jahr=2005 |ISBN=3-527-50197-5}}
* {{Literatur |Autor=[[Hubert Schleichert]] |Titel=Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken |Verlag=Beck |Auflage=4. |Jahr=2004 |ISBN=978-3406511240}}

== Weblinks ==
{{Wiktionary}}
* [http://www.dr-kopp.com/index.php/killerphrasen.html Chefspiegel – Killerphrasen: Katalog, Häufigkeit, Umgang]
* [http://www.rhetorik.ch/Killer/Killer.html Knill und Knill Kommunikationsberatung – Killerphrasen]
* [http://www.zeitzuleben.de/inhalte/ko/konfliktmanagement/killerphrasen1.html ZZL – Umgang mit Killerphrasen]

== Einzelnachweise ==
<references />

[[Kategorie:Rhetorik]]
[[Kategorie:Scheinargument]]

[[en:Thought Reform and the Psychology of Totalism#Thought-terminating cliché]]

{{Source Wikipedia}}