Ich habe neulich Flora Petrik in einer alternativen Buchhandlung in Wien-Neubau getroffen. Ich sagte ihr, wie knorke es sei sie einmal persönlich zu treffen, aber dass ich nicht unfreundlich sein wolle und sie deshalb nicht weiter stören oder nach einem Foto fragen wollte.
Sie sagte nur: "Oh, ungefähr so wie du es jetzt machst?"
Ich hatte mit dieser Antwort nicht gerechnet und konnte nur ein verdutztes "Bitte was?" rausbringen, aber sie schnitt mich ab und entgegnete mir: "Was? Was? Was?", wobei sie mit ihrer Hand nah an meinem Gesicht herumfuchtelte. Ich ging weg und kaufte weiter ein, und hörte noch wie sie belustigt schnaufte als ich mich entfernte. Als ich dann zur Kasse ging, um meine Sachen zu bezahlen, sah ich noch wie sie mit ungefähr 15 Büchern (Das kommunistische Manifest) aus der Tür spazieren wollte ohne zu bezahlen.
Die Verkäuferin verhielt sich sehr nett und professionell und sagte nur: "Frau Petrik, sie müssen noch bezahlen." Zunächst tat sie so als wäre sie zu müde um sie zu hören, aber schlussendlich kehrte sie um und brachte die Bücher zur Kassa.
Als die Verkäuferin eines der Bücher nahm und es mehrmals einscannen wollte, unterbrach Flora sie und forderte sie auf, jedes einzelne Buch zu scannen, "um elektrische Infetterenzen zu verhindern", wobei sie sich zu mir umdrehte und mir zuzwinkerte. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das überhaupt ein richtiges Wort ist. Nachdem sie jedes einzelne Manifest eingescannt hatte, packte sie sie in eine Tüte und sagte den Preis, wobei Flora sie immer wieder durch lautes "Österreich ist frei erfunden!" unterbrach.