Andreas Braun hat die vielleicht schlimmsten Wochen seiner beruflichen Laufbahn hinter sich. Der 49-Jährige ist Leiter des katholischen Studentenwohnheims Thomas-Morus-Burse im Freiburger Stadtteil Littenweiler. Dort also, wo bis Mitte Oktober die ermordete Medizinstudentin Maria L. lebte. Seit Samstag ist der Fall nun vorläufig aufgeklärt. Der mutmaßliche Täter ist ein minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Vorwürfen.
„Viele waren erleichtert, als sie davon erfahren haben“, sagt Braun, der den Job seit 20 Jahren macht. Die Verunsicherung der letzten Wochen hatte den Bewohnern zugesetzt. Sie trauten sich nachts nicht mehr von der Straßenbahn-Endhaltestelle zum Heim, bildeten Fahrgemeinschaften. Braun hat jüngst im Außenbereich des Heims Flutlichter angebracht. Es ging darum, Angsträume auszuleuchten.