Der IS-Sympathisant, der am Donnerstag beim Angriff auf zwei Polizisten in Paris
erschossen wurde, wohnte in einer Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen. Das teilte das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Samstagabend mit. Zuerst hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet.
Nach konkreten Hinweisen von französischen Sicherheitsbehörden hätten deutsche Beamte am Samstag die Wohnung des Mannes in der Asylbewerberunterkunft durchsucht, teilte das LKA mit. Dabei hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf weitere, mögliche Anschläge ergeben. Das LKA hat eine Sonderkommission eingerichtet und prüft Bezüge nach Deutschland. Auch das Bundeskriminalamt ist eingeschaltet.
Der Mann hatte am Donnerstag versucht, mit einem Beil bewaffnet in eine Pariser Polizeiwache einzudringen. Polizisten erschossen ihn daraufhin. Der Angriff ereignete sich am ersten Jahrestag des Anschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo".
Laut "WamS" hatte der Mann in Deutschland Asyl unter dem Namen Walid Salihi beantragt. Insgesamt war er demnach in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert. Die angegebenen Staatsangehörigkeiten waren mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Er war in Deutschland mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.
Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat er in der Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne posiert. Die nordrhein-westfälischen Behörden stuften ihn als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.